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Monatsarchive: November 2014

Pforzheims Gold Bedarf ist deutschlandweit am höchsten

Jährlich werden weltweit etwa 2500 Tonnen Gold gefördert. Würde man daraus einen Würfel formen, hätte dieser eine Kantenlänge von fünf Metern. Nach einer Schätzung des amerikanischen United States Geological Survey, wurden mehr als 80 Prozent der gesamten bisherigen Goldgewinnung nach 1900 gefördert. Daher kann man die Gesamtmenge recht genau schätzen, nämlich auf etwa 160000 Tonnen. Würde man diese in einen Würfel pressen, so betrüge dessen Kantenlänge etwas über 20 Meter.

Zum größten Teil wird das geförderte Gold zu Schmuck weiterverarbeitet; Etwa 75 Prozent der jährlichen 2500 Tonnen Gold landen beim Juwelier.

Pforzheim hat durch seine blühende Schmuck- und Uhrenindustrie einen erhöhten Goldbedarf. Zahlreiche traditionelle Unternehmen aus diversen technischen Bereichen, verarbeiten täglich das Edelmetall. Von einem ungefähren Gesamtverbrauch von 22 Tonnen Gold jährlich in Deutschland, gehen allein stolze zwei Drittel nach Pforzheim.

Zwischenstop: Die Goldlegierung

Auf dem Weg zum Schmuckstück müssen die kühlen, glatten Barren noch einen Zwischenstop einlegen, bevor dann die Schmuckdesigner funkelnde Träume daraus fertigen können. Denn Gold ist zwar schwer, sogar schwerer noch als Blei, aber reines Gold (24 Karat) ist schlichtweg zu weich, um als Uhr, Ring oder Kette zu überdauern. Erst muss es legiert werden, das heißt, mit anderen Metallen versetzt werden, wodurch sich die Kristallstruktur des Goldes verändert; So wird es fester und widerstandsfähiger. Dabei gilt: Metalle, die sich ähneln, lassen sich gut zu sammenbringen. Erst nach der Legierung geht das Gold auf seine Reise zu den Auftraggebern – den Goldschmieden.

Der Goldschmiedeberuf

Die Goldschmiederei ist ein Kunsthandwerk, das bereits seit Jahrtausenden ausgeübt wird. In den vergangenen Zeiten waren die begabtesten Goldschmiede in Klöstern oder an Königs- und Fürstenhöfen hoch angesehene Persönlichkeiten.

Von den Goldschmieden kommt die Idee für ein bestimmtes Schmuckstück, der Entwurf und die mühevolle Umsetzung. Man hat als Goldschmied aber nicht nur die Möglichkeit, neue Schmuckstücke zu kreieren, sondern man kann auch alten Schmuck reparieren, oder sogar restaurieren. Der Beruf des Goldschmiedes ist ganz sicherlich keine Routinearbeit, sondern stellt den „Künstler“ bei jedem Schmuckstück aufs neue vor andere Problemlösungen.

Daher sollte man vor allem Kreativität, ein zeichnerisches Talent und gutes Fingerspitzengefühl mitbringen; Aber auch Verantwortungsbewusstsein, da man schließlich mit sehr wertvollen Materialien arbeitet. Und natürlich darf in diesem Beruf auch nicht das Interesse an Schmuck und Kunst fehlen.

Ein gestiegener Wohlstand gestattete es im Laufe der Jahrhunderte, immer mehr Menschen, sich echten Schmuck zu leisten. Die heutige moderne Schmuckindustrie, die maschinell riesige Mengen Schmuck herstellen kann, kommt dieser Nachfrage entgegen. Aber dem Bedürfnis nach etwas Besonderem, Einzigartigem kann nur durch eine persönliche Gestaltung des Goldschmiedes nachgekommen werden. Die Nachfrage nach handgearbeitetem Schmuck steigt stetig, so das es für Goldschmiede immer genug zu tun geben wird.

Die Ausbildung zum Goldschmied

Die Ausbildungsdauer eines Goldschmiedes beträgt 42 Monate. Dabei erhält man im ersten Ausbildungsjahr eine für die Berufe Goldschmied, Silberschmied und Edelsteinfasser identische Grundausbildung. Erst im zweiten Ausbildungsjahr fängt man dann mit der Gestaltung von Schmuckstücken und den ersten Umsetzungen an, wobei man zunächst einmal sogenannte Funktionsteile anzufertigen hat, wie beispielsweise Kettenverschlüsse oder Manchettenknopfmechaniken. Im dritten Ausbildungsjahr erfolgt die fachspezifische Ausbildung eines Goldschmiedes. Dabei werden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt; Nämlich in den Fachrichtungen Ketten, Schmuck und Juwelen.