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Pforzheim Gold – Nicht alles glänzt in der Goldstadt

Pforzheim Gold – Nicht alles glänzt in der Goldstadt

Pforzheim GoldWie hieß es schon in Goethes Faust: „Zum Golde drängt, am Golde hängt doch alles“; Und das trifft auf die Goldstadt Pforzheim gleichermaßen zu. Der hohe Goldpreis bringt leider auch die kriminelle Energie in Wallungen. Straftäter versuchen, sich eine goldene Nase zu verdienen.

Je mehr der Goldpreis steigt, desto höher ist der Gewinn beim Veräußern des Edelmetalls. Häufig geht es auch um trickreiche Unterschlagung von Gold; betrügerische Erlangung heißt das im Polizeideutsch. Nicht allzu selten sind es auch Mitarbeiter von Edelmetallmanufakturen– oder Geschäften, welche die Gelegenheit nutzen, edelmetallhaltige „Abfälle“ zu entwenden. So war in der Presse auch vom Fall einer Kabinett – Angestellten die Rede, welche sich an den Goldvorräten bediente. Berühmt ist auch der Trick mit der Thermosflasche, die zum Transport der Schmuggelware benutzt wird. Die Kriminalpolizei Pforzheim bietet entsprechende Schulungen für Firmen an, um solche Diebstähle zu vermeiden.

Mit solchen Problemen hatte das traditionsreiche Geschäft von Roland Maier, welches in Pforzheim Gold und andere Edelmetalle ankauft,  Gott sei Dank noch nicht zu kämpfen. In „Maiers Goldankauf“ herrscht Verlass auf und Vertrauen in die Mitarbeiter.

Maiers Goldankauf, Bertholdstraße 15, 75177 Pforzheim, Tel.: 07231/325 71

Weitere große Kriminalfälle im Zusammenhang mit Gold

So lagert in der Aservatenkammer der Pforzheimer Polizei eine Zigarrenkiste mit einem schönen, glänzenden Häufchen Goldgranulat. Das wäre in etwa 10 000 Euro wert, wenn es denn echt wäre. Die Scheideanstalt, wo das angebliche Feingold von einer Pforzheimer Schmuckfirma angeliefert wurde, entdeckte bei einer Materialprobe mit Königswasser jedoch den Betrug. Anscheinend wurde auch der Schmuckfabrikant mit der Edelmetallfälschung selbst übers Ohr gehauen.

Bei Betrugsfällen beim An- und Verkauf von Altgold gibt es laut Polizei eine große Dunkelziffer.  Die Betrugsmethoden sind enorm vielschichtig: Kaum oder nur schwer feststellbar sind zum Beispiel gewichtige Füllungen, vorzugsweise mit Blei. Sie werden auch in massivem Schmuck eingearbeitet, wie bei schweren Ketten. Über den Bleikern wird eine Schicht Gold gegeben, so das bei einer Prüfung des Stücks mit der gängigen Abriebmethode  dieser Goldbetrug nicht festzustellen ist. Zum Aufdecken des Schwindels ist das Anbohren oder Durchschneiden des Materials notwendig, was jedoch kaum ein Goldankäufer vor seinem Kunden direkt beim Ankauf machen wird.

Durch die Presse geht auch gerade der Fall eines 54 – jährigen Mannes. Er zählte in der Goldstadt zur besseren Gesellschaft; sein Wort war etwas wert in Wirtschaft und Politik. Und dann kam die überraschende Verhaftung. Nun sitzt er bereits seit mehr als einem dreiviertel Jahr in der Vollzugsanstalt Karlsruhe ein. Die Staatsanwaltschaft wirft dem gelernten Kaufmann illegale Altgoldgeschäfte vor. Als Geschäftsführer eines Handelsunternehmens muss er sich wegen Steuerhinterziehung von unglaublichen 28,5 Millionen Euro verantworten.

Genau wird dem Mann Umsatzsteuerhinterziehung bei Scheingeschäften vorgeworfen. Nach Meinung des Staatsanwalts hat der Angeklagte in seiner Funktion als Chef der Goldhandelsfirma bei einem Umsatz von rund 155 Millionen Euro zu Unrecht Vorsteuer kassiert und gegenüber dem Finanzamt bewusst unrichtige Angaben über die Höhe gemacht. Zwischen Oktober und Dezember 2010 soll er das Edelmetall von einer Berliner Firma angekauft haben. Die auf den Rechnungen ausgewiesene Umsatzsteuer von 19 Prozent holte er laut Anklage bei der nächsten Steuererklärung zurück.

Zwar dürfen Goldbarren sowie Altgold von Privatleuten in Deutschland umsatzsteuerfrei gehandelt werden. Bei Gold jedoch, das zwischen Firmen gehandelt wird, kann die Umsatzsteuer nicht umgangen werden.